Montag, 14. November 2011

ikea und andere abenteuer

so. die erste woche arbeit und somit "alltag" ist vorbei. abgesehen davon, dass wir am dienstag und mittwoch noch eine weitere einführungsveranstaltung für neue mitarbeiter und einen erste-hilfe-kurs belegen mussten, war ich am montag für einen halben tag und donnerstag/freitag regulär an meinem neuen arbeitsplatz, heisst: an der seven hills academy, eine schule für behinderte kinder ab 7 und junge erwachsene bis 22 jahre. mein erster gedanke war: krass. wie soll das bloß werden?! wie soll ich mit diesen kindern ein jahr lang arbeiten??? sofern man von arbeiten überhaupt sprechen kann. man muss dazu sagen, ich bin bei den jüngsten eingesetzt, altersklasse 7 bis 12, und neben autismus oder autistischen zügen haben diese kinder noch ne ganze menge andere probleme, wie andere geistige retardierungen, down-syndrom, selbstverletztendes verhalten, insgesamt überhaupt viel aggressives und auffälliges verhalten. von 7 kindern in einer klasse können gerade mal 2 sprechen (und das auch nicht besonders gut), der rest macht sich über laute und zeichensprache verständlich (wenn überhaupt). mein erster eindruck vom schulalltag: chaos. auf aktion der kinder folgte reaktion. kein anzeichen von struktur, geregeltem tagesablauf oder ritualen. stattdessen: kinder die ausflippen, andere kinder oder auch betreuer treten, schlagen, anspucken. ich war völlig von den socken und dachte nur: scheisse. mein erster eindruck hat sich zum glück in den zwei anderen tagen ein wenig relativiert, es gibt sehr wohl einen tagesablauf, entwicklungspläne und -programme, leider sind die kinder jedoch (nicht böswillig) so unberechenbar in ihrem verhalten und in ihrer tagesform, dass der ablauf nicht immer eingehalten werden kann. ein kind beispielsweise fängt bei den kleinsten frustrationen an, den kopf an wand oder auf den boden zu schlagen. und zwar ungebremst. da heisst es nur noch: festhalten und schützen. ich werde daher bei gegebener zeit nochmal mehr über meine arbeit berichten, erst mal muss ich die ganze institution und auch die kinder näher kennenlernen, um überhaupt etwas sagen zu können. nur so viel: ich krieg das mit der zeit schon geregelt und wenn sie nicht gerade ausrasten, sind die kinder auch echt sympathisch. wenn man mal von der spucke absieht, die am donnerstag in meinem ohr klebte :(. aber meine kollegen sind zum glück wirklich sehr sehr nett!

was haben wir noch erlebt... wir waren heute bei ikea! nur eine stunde entfernt. eine stunde autofahrt in amerika sind umgrechnet 10 minuten autofahrt bei uns. andere dimensionen. entfernungen sind schall und rauch hier.















ikea sieht ganz genauso aus wie bei uns zuhause. das hat uns irgendwie ganz schön glücklich gemacht. wir haben sogar köttbullar gegessen, die heissen hier zwar "swedish meat balls", schmecken aber ganz genauso wie in deutschland. der grund unseres ausflugs: GEO hat uns noch kommoden für unsere zimmer spendiert, die wir uns selbst ausgesucht haben, und jetzt sieht mein zimmer endlich mal fertig aus! habe bilder und fotos ausgehängt und endlich sind meine sachen überall verstaut. außerdem habe ich mir eine richtige bettdecke gekauft! die amis haben ja leider immer nur diese quilts mit laken drunter, das macht mich völlig wahnsinnig. daher musste eine richtige decke her, und die habe ich jetzt, juchu! werde die nächsten tage endlich mal fotos meiner behausung machen.
und ihr wisst ja, wie das bei ikea immer so ist... man braucht 3 sachen und kommt mit einem ganzen einkaufswagen voll wieder raus. so ungefähr ging es uns heute auch.















wir haben viel kleinkram gekauft für die wohnung und pflanzen und und und... auf jeden fall wirds jetzt langsam richtig nett bei uns, auch wenn sie die verlegung eines teppichs leider abgelehnt haben... aber trotzdem wird es so langsam echt gemütlich! ja, also, ikea. wie gesagt, alles genauso wie man es kennt.

womit ich diese woche noch gekämpft habe: mit dem supermarkt, bzw. mit dem suchen nach zuckerfreien lebensmitteln und anständigen brot. müsli ohne zuckerzusatz: eine wahre lebensaufgabe hier. ich bin an den hundert-meter-müsli-regalen im market basket hin und her gejoggt und wollte schon gerade gefustet aufgeben, da sprang sie mich an: eine kleine, unscheinbare tüte zwischen all den zuckerbomben: tatsächlich, ein müsli ohne zuckerzusatz und ungeröstet! oh mein gott, ich dachte ich krieg die tür nicht mehr zu. und: einigermaßen essbares brot (bei dem mal auch mal kauen muss anstatt nur lutschen) habe ich auf gefunden, yay! das schlimme ist ja: die amis verwenden statt zucker in fast allen lebensmitteln als süßungsmittel cornsyrup, das ist noch schlimmer, aber billiger als zucker und ist sogar in cola drin. sollte man unbedingt vermeiden. das wird also noch spannend hier. neue hosen gibts übrigens in zukunft keine, wenn die alten nicht mehr passen sollten, gibts diät.















soviel dazu.

was diese sache bestimmt auch nicht leichter macht, ist die angewohnheit der amis, bei jeglichen aktivitäten ihr fahrzeug möglichst nicht zu verlassen. es begab sich, dass ich bei einer bank in unserer stadt/dorf meinen kontostand am geldautomat checken wollte. ich parkte mein auto, ging in die bank rein, suchte alles ab: kein geldautomat weit und breit. ich muss ein wenig blöde ausgesehen haben, denn ein angestellter fragte ob er mir helfen könne und ich meinte ja, ich suche den geldautomaten. er deutete auf den hinterausgang und meinte, sie hätten nur den da draußen. ich ging also wieder raus und dann traf mich kurz fast der schlag: ich sah eine schlange autos, die sich hinter einem DRIVE-THROUGH-GELDAUTOMATEN gebildet hatte! ich muss geglotzt haben wie eines dieser riesen autos, die da standen (hier sind alle autos riesig im übrigen) und dachte: ihr wollt jetzt nicht wirklich, dass ich zurücklaufe, mein auto hole, einmal ums gebäude rumfahre und mich dann hier einreihe?! das war mir dann wirklich, ehrlich zu blöd und ich dachte mir, dann checke ich halt nicht meinen kontostand. sowas beklopptes. aber ja, wenn man in amerika ist, muss man sich an sowas gewöhnen. ich könnte noch hunderte solcher anekdoten auspacken, aber das hat echt alles getoppt.

und sonst? hatten wir am freitag noch eine party bei unserer nachbarin sheri, die ein paar kollegen und trainees eingeladen hatte und wir hatten endlich mal gelegenheit uns ein bisschen auszutauschen und zu schwätzen. nebenbei haben wir pläne geschmiedet für die nächsten wochenende, silvester, spring break... übrigens werde ich am 23. bis 29.12. nach los angeles fliegen, um dort mit nick und seiner familie weihnachten zu feiern, ich freu mich! und worauf ich mich auch richtig freu: ich erwarte schon bald den ersten besuch!! timo und matthias kommen mich besuchen, juchuuuuu!!!!! vom 10. bis 23.12. werden sie hier sein, oh man ich bin sooooooo happy!!!

mit dieser glückseligkeit schließe ich meine berichterstattung für heute, denn ich muss morgen wieder früh raus. drückt mir die daumen für die nächste woche!
achja, die fragen nach meinem auto häufen sich schon, daher jetzt endlich mal ein bild:















er/sie hat übrigens immer noch keinen namen!! *zaunpfahl, zaunpfahl*

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